OSS: Rationale Entscheidungen
3. OSS-Tagung: Vor jeder Entscheidung für eine Software – egal ob offen oder kommerziell – müssen rationale Überlegungen stehen.
Claudia Bardola
«Die Verwaltung beschafft und betreibt nicht Software, sondern Lösungen» – dies wurde Anfang Woche mit Nachdruck in Bern an der dritten OSS-Tagung (Open-Source-Software) festgehalten, die vom Informatikstrategieorgan des Bundes (ISB) und vom Verein /ch/open organisiert wurde. Die Veranstaltung, die unter dem Motto «Open Source nach dem Hype» stand, vermochte immerhin rund 150 Vertreter der Bundesverwaltung, der Kantone und Gemeinden anzulocken.
Laut Jürg Römer, der noch bis Ende Jahr als Delegierter des ISB amtet, sei OSS heute zwar in vielen Bereichen eine valable Alternative. Eine ausschliessliche OSS-Landschaft sei jedoch weder möglich noch anzustreben. Vielmehr müsse hinter jeder einzelnen Entscheidung für Software eine klare Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten – sowohl der offenenvals auch der versteckten – stehen. Nur so könne rational entschieden werden, welche Software für welchen Zweck einzusetzen ist.
Dieter Klemme vom ISB führte derweil aus, welche Voraussetzungen gegeben sein müssten, damit die öffentliche Verwaltung in der Schweizvauch Arbeitsplatzrechner mit OSS betreiben und damit eine Alternative zur heutigen Anbieterabhängigkeit schaffen
könne. Als wichtigstes Kriterium nennt er, dass sich auch Fachanwendungen integrieren lassen, die eng mit der Büroautomation verknüpft oder gar in diese eingebunden sind. Zudem müsste sich anhand erfolgreich abgeschlossener Migrationen in ähnlich grossen Organisationen die Wirtschaftlichkeit des OSS-Einsatzes gezeigt haben, so Klemme.
Von seinen diesbezüglichen Erfahrungen berichtete Florian Schiessl, Führungsmitglied des Migrationsprojekts Limux der Stadt München. Er erläuterte die politische Entstehungsgeschichte des prominenten und ehrgeizigen Vorhabens und wollte festgehalten haben, dass – entgegen anders lautender Gerüchte – die geplante Migration der rund 14 000 Arbeitsplatzrechner auf Linux weiter voranschreitet.














