Swiss Open Source Software Conference & Exposition

Referate

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Mittwoch, 20.9.2006

10 Uhr: LPI, die weltweite Zertifizierung für Linux Professionals

Die Themen des Vortrags sind: 1. Zweck und Aufgaben des LPI: "Angemessene Qualifikationen für Open Source Dienstleistungen einrichten"; 2. Hintergründe zum LPI: Das Konzept startete Ende 1998 als eine Initiative aus der Linux Community. Fragestellung: "Was braucht Linux, um Akzeptanz im Mainstream zu erreichen?"; 3. Die Veränderungen im IT-Markt: "Linux ist jetzt Mainstream"; 4. Geeignete Standards für Open Source Software (OSS): Dem "Linux has no support" Argument entgegenarbeiten. Zusammenführung von Unternehmen, die Open Source einsetzen und gut ausgebildeten Linux Fachkräften; 5. LPI Zertifizierungsziele: Gute, praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten für Linux schaffen und kein Marketingwerkzeug erzeugen. Herstellerunabhängigkeit erreichen, Erweiterung der Community-Einbindung und Distributionsneutralität; 6. Das LPIC-Programm: LPIC-1 und LPIC-2 sind zwei aufeinander aufbauende Zertifizierungslevel. Das geforderte Wissen für die einzelnen Prüfungen ist in Lernzielen detailliert beschrieben; 7. Die Arbeit des LPI e.V. und die Entwicklungen beim LPI in Europa; 8. Die Partnerprogramme des LPI: LATP und LAAP; 9. Das LPI in der Schweiz; 10. Neue Entwicklungen: LPI Level-3-Prüfungen. Derzeitiger Stand der Prüfungsentwicklung und Terminplan für die weiteren Schritte; 11. Die neue UBUNTU-Zusatzprüfung: Zweck und Inhalte.

Klaus Behrla ist Pressesprecher des LPI e.V. und in dieser Funktion zuständig für die Aussendarstellung des Vereins, für die Entwicklung und Betreuung der Partnerprogramme und für die Webplattform des LATP-Programms.

 

11 Uhr: Zusammenarbeit in verteilten Projekten: Erfahrungen im Debian Projekt

Das Debian Projekt wurde letzten Monat 13 Jahre alt und zählt zu den grössten und ältesten Open-Source Projekten. Über 1'000 Entwickler basteln tagtäglich am Hauptprodukt: Debian GNU/Linux. Nur wie? Vergleicht man Debian mit jüngeren Projekten, dann kommt man häufig zum Schluss, dass bei Debian vieles veraltet ist, vor allem aber die Kommunikationsinfrastruktur (hauptsächlich Email, kaum "Instant Messaging" oder gar Internet-Telefonie) und die Paketverwaltung (keine einheitliche Versionskontrolle); dort wo bei jüngeren Projekten vom neuesten Trend zur noch neueren Entwicklung gewechselt wird, werkelt man bei Debian immer noch mit einem scheinbar veralteten "Bug Tracking System" und schickt "Patches" durch die Gegend. Wo der Kritiker recht hat, da hat er recht, nur darf man nicht vergessen, dass bei Debian alles etwas länger dauert, dafür aber auch länger weilt!

In diesem Vortrag möchte ich vor allem auf das Thema der Versionskontrolle eingehen und über die Aspekte berichten, die uns zur Zeit beschäftigen (z.B. verteilte Versionskontrolle, Benutzerfreundlichkeit). Ich werde die Grundlagen liefern, die Hauptkandidaten der verschiedenen Werkzeuge vorstellen, die Vor- und Nachteile beleuchten, und eine Aussicht geben, wo uns die aktuellen Trends hinführen könnten. Geht man davon aus, dass Debian auch in Zukunft aktiv daran beteiligt sein wird, Standards zu setzen, dann dürften diese Trends jedermann tangieren.

Martin Krafft ist ein in Zürich ansässiger Debian-Entwickler und erforscht im Rahmen seiner Doktorarbeit die Einführung neuer Entwicklungs-Methoden im Debian Projekt. Ausserdem wirkt er europaweit als Netzwerksicherheits- und Open-Source Berater und gibt Schulungen zu diesen Themen.

 

Donnerstag, 21.9.2005

11 Uhr: Rapid Prototyping mit Ruby on Rails

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In der Software-Entwicklung werden häufig Prototypen von Applikationen erstellt, welche als erstes vorzeigbares Resultat dienen, sowie als Diskussionsgrundlage für die weitere Entwicklung einer Applikation. Ruby on Rails ist ein Web-Applikations-Framework für die Programmiersprache Ruby, welches dem Model-View-Controller Schema folgt und Programmierkonventionen über die Anwendungskonfiguration stellt. Dies ermöglicht ein schnelles Erstellen von Datenbank-basierten Web-Applikationen, welche Dank hervorragender Integration von Ajax-Frameworks in Rails zudem interaktiv gestaltet werden können. Seit der Veröffentlichung von Ruby on Rails vor zwei Jahren ist die Entwicklergemeinde rasant gewachsen und Rails wird mittlerweile vielerorts produktiv eingesetzt.

Ruby ist eine dynamische, objektorientierte Programmiersprache, welche Mitte der Neunzigerjahre in Japan entworfen wurde. Seit Anfang des Jahrtausends steigt die Beliebtheit von Ruby auch in Amerika und Westeuropa, wobei die Veröffentlichung von Rails das Interesse an Ruby weiter verstärkt hat. Neben einer kurzen Einführung zu Ruby und Rails, geht es in diesem Vortrag darum aufzuzeigen, wie Ruby on Rails zum Erstellen von Prototypen genutzt werden kann und weshalb diese Technologie dazu besonders geeignet ist.

Gregor Bättig ist Entwickler und Berater beim auf Open Source und Open Standards fokussierten internationalen Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen Optaros.

 

14 Uhr: OpenOffice.org 2.0 - Einblick und Ausblick

Mit Erscheinen der Version 2, die im Oktober 2005 veröffentlicht wurde, hat OpenOffice.org einen regelrechten Boom ausgelöst. Sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Einsatz stiegen die Anwenderzahlen sprunghaft an. Mit Recht, denn schon lange lassen sich mit OpenOffice.org alle wesentlichen Büroaufgaben ohne Probleme erledigen. Angefangen vom klassischen Serienbrief bis hin zu professionellen Präsentationen ist alles möglich. Die Version 2 steht ganz im Zeichen verbesserter Kompatibilität zu anderen Office-Paketen und bringt darüber hinaus viele neue Features mit sich. Ein genauerer Blick zeigt, dass OpenOffice.org keineswegs nur eine kostenlose Kopie der Konkurrenz ist, sondern auch eigene Wege geht. Was leistet also die freie Office-Suite und wohin soll die Reise in Zukunft gehen?

Dieser Vortrag soll nicht nur einen Einblick in die verschiedenen Module von OpenOffice.org geben, sondern auch einen kurzen Blick hinter die Kulissen gewähren. Wie ist das Projekt OpenOffice.org organisiert und wer sind eigentlich die Macher der freien Office-Suite? Wie können Anwender ohne Programmierkenntnisse die Entwicklung mitgestalten und damit die Weichen für die Zukunft von OpenOffice.org stellen?

Jacqueline Rahemipour ist Projektleiterin im deutschsprachigen OpenOffice.org-Projekt und Gründungsmitglied des Vereins OpenOffice.org Deutschland e.V. Sie hat sich mit ihrer Firma, der natural computing GmbH, auf Linux am Arbeitsplatz spezialisiert und bietet darüber hinaus Beratung, Schulungen und Migrationsunterstützung für OpenOffice.org an.

 

15 Uhr: ebXML, ein Framework für Business-to-Business Electronic Commerce

ebXML ist ein offener Standard der Organisationen OASIS und UN/CEFACT und wurde im März 2004 durch die ISO als ISO-15'000 zertifiziert. Der Standard dient als Framework für globales elektronisches business-to-business (B2B) electronic commerce für Gross und Klein. Der ebXML Standard beinhaltet die typischen 5 Aspekte eines jeden B2B Engagements. Dazu gehören die „Core Components“, die „collaborative Business Processes“, die „Collaboration Protocol Profile- and Agreement“, die „ebXML Registry/Repository“, sowie das „ebXML Messaging“.

Die Idee hinter ebXML ist ein Top-Down Ansatz für B2B electronic commerce zu ermöglichen. Unternehmen (Regierungen, Non-Profit-Non-Government natürlich eingeschlossen) oder Industrien setzten sich zusammen und definieren ihre gemeinschaftlichen Geschäftsprozesse sowie deren Geschäftsdokumente welche dabei ausgetauscht werden. Gemeinschaftliche Geschäftsprozesse konzentrieren sich ausschliesslich auf das was sich zwischen Unternehmen abspielt. Um diese gemeinschaftlichen Geschäftsprozesse auch elektronisch auszuführen braucht es zusätzliche „elektronische“ Informationen eines jeden Unternehmen. Diese Daten werden in einem so genannten „Collaboration Protocol Profile“ hinterlegt. Diese XML Dateien können für weitere Unternehmen in einer ebXML Registry hinterlegt werden. Sobald sich zwei Unternehmen finden (oder bereit sind) wird ein „Collaboration Protocol Agreement“ (CPA) erstellt welches in ein ebXML Nachrichten System importiert werden kann sodass ebXML konforme Systeme sicher und zuverlässig miteinander kommunizieren können.

Sacha Schlegel arbeitet für HavanaWave AG, die sich auf B2B Projekte basierend auf offenen Standards und Free und Open Source Software spezialisiert hat. Er ist Mitglied von OASIS sowie verschiedenen ebXML technischen Komitees.

 

 

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