Swiss Open Source Software Conference & Exposition

Presse: Berner Zeitung

Themenpark mit Gratis- Programmen

Vom Elfenbeinturm in die Wirtschaft: Die Messe Topsoft holt die Programmierer von freier Software in einen Themenpark an die Geschäftsmesse. Letztes Mal hatte die Opensource-Bewegung noch an der Universität getagt.

Opensource? Darüber wurde bislang vorab an Unis diskutiert. In Unternehmen hingegen sind die gemeinschaftlich entwickelten Programme noch wenig verbreitet. Es erstaunt deshalb, dass die Topsoft, eine Messe für Geschäftsinformatik, den Entwicklern von freier Software wie dem Betriebssystem Linux, der Bürosuite Openoffice.org oder der Telefonanlage Asterisk einen Themenpark zur Verfügung stellt: An der Open Expo wird heute und morgen über Vor- und Nachteile von Software diskutiert, die kostenlos benutzt und beliebig bearbeitet werden darf.

 

Opensource auch für Firmen
«Opensource ist salonfähig geworden», erklärt Messeorganisator Cyrill Schmid. «Der Einsatz freier Software wird in vielen Firmen diskutiert.» Deshalb sei es im Interesse der Messe, den freien Entwicklern ein «Schaufenster» zur Verfügung zu stellen. «Wir wollen den Geschäftsführern und Informatikverantwortlichen ein breites Spektrum interessanter Lösungen zeigen.» Die Topsoft-Veranstalter erwarten rund 1700 Fachbesucher.

Wie aber reagieren die rund 120 Aussteller, die ihren Standplatz bezahlen müssen, auf die «Gratiskonkurrenz»? Bislang habe er keine negativen Reaktionen erhalten, sagt Schmid. Im Themenpark stünden bewusst Programmprojekte im Zentrum, nicht die Firmen, die freie Software anpassen und installieren.

 

«Freie Software holt auf»
«Freie Softwareprojekte haben kein eigenes Marketingbudget», sagt Matthias Stürmer, der mit dem Verein ch-open die Open Expo organisiert. «Das ‹Schaufenster› an der Topsoft ist deshalb eine grosse Chance für die Bewegung.» Der Auftritt sei aber auch eine Bereicherung für die Messe: Es gebe viele freie Programme, die etwa für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) mit kleinem Budget interessant seien – von Linux über die Kooperationssoftware Zimbra bis zu Websystemen wie Typo3, dem Buchhaltungsprogramm SQL-Ledger oder SugarCRM zur Verwaltung von Kundenkontakten. «Im Bereich der Geschäftslösungen hat die Opensource-Bewegung stark aufgeholt», so Stürmer. Er weist auf dadurch entstehende Geschäftsfelder für lokale Firmen hin: Die Software ist zwar gratis erhältlich, muss aber installiert und oft angepasst werden.

Die Vorgängerin der Open Expo war die Lots an der Universität Bern. Mit der Einladung an die Topsoft ändere sich der Charakter der Veranstalter, sagt Matthias Stürmer. «Wir machen keinen Hackeranlass, sondern orientieren uns an den Bedürfnissen im Geschäftsumfeld.»

 

Mathias Born

 

Die Fachmesse Topsoft mit der Tagung Open Expo findet heute und morgen in der BEA bern expo statt. Der Eintritt ist gratis. Infos: www.topsoft, www.openexpo.ch

 

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